Skip directly to content
WER KANN MIR HELFEN, WENN ICH MIT MEINEN GEFÜHLEN KÄMPFE?

Den emotionalen Schock der Diagnose „metastasierter Brustkrebs“ können Sie nicht einfach zurücklassen, wenn Sie nach dem Arztgespräch die Praxistür hinter sich schließen. Vielleicht hätten Sie vorher nie gedacht, dass Sie so reagieren, wie Sie nun reagieren. Vielleicht überfallen Sie die unterschiedlichsten Gefühle zu den unwahrscheinlichsten Zeiten. Vielleicht denken Sie manchmal, dass Ihre Gefühle und Reaktionen gar nicht zu Ihnen passen, und fühlen sich fremd im eigenen Körper?

Die Informationen auf den folgenden Seiten sind eine Aufforderung an Sie, sich die Unterstützung zu suchen, die Ihnen weiterhilft. Ihr „Ich“ besteht nicht nur aus Ihrem Körper – also kümmern Sie sich auch um den anderen, genauso wichtigen Teil.

In diesem Kapitel erfahren Sie:

WELCHE MÖGLICHKEITEN GIBT ES?

Vielleicht fühlen Sie sich gerade ganz schön hilflos. Die Ärzte kümmern sich um Ihren Körper und behandeln den Tumor – aber gleichzeitig hat die Erkrankung Ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Wie schaffen Sie es, trotzdem weiterzumachen und weiterzuleben wie bisher? Dieser Gedanke ist ganz normal. Und es ist völlig normal, wenn Sie hier Unterstützung von außen annehmen, bis Sie besser mit der Situation klarkommen und mit dem Krebs leben können.

DER 1. SCHRITT: Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt oder sein Team, wer Sie psychologisch unterstützen kann. Dieser Aspekt ist ein wichtiger Teil in einer ganzheitlichen Behandlung.

Ist unter dem Sie behandelnden medizinischen Fachpersonal eine speziell ausgebildete Brustkrebsschwester, kann sie eine wichtige Anlaufstelle sein. Brustkrebsschwestern beraten Patientinnen, wie sie mit körperlichen Symptomen wie Schmerzen und weiteren Nebenwirkungen umgehen können.

Vielleicht denken Sie jetzt, dass Sie sich Ihrer Familie gegenüber wenig loyal verhalten, wenn Sie Hilfe von außen suchen. Aber das stimmt nicht! Natürlich sind Familie und Freunde eine unglaublich wichtige Unterstützung – aber gerade die emotionale Nähe macht es ihnen schwer, Ihnen die Unterstützung zu geben, die Sie gerade brauchen.

Sich professionelle Hilfe zu suchen ist ein Zeichen von Stärke, nicht Schwäche – denn Sie suchen von sich aus nach Lösungen.

SOLLTE ICH MITGLIED IN EINER SELBSTHILFE-GRUPPE WERDEN?

Jede Frau geht mit der Situation auf ihre eigene Weise um. Vielleicht gehören Sie zu den Frauen, die Öffentlichkeit scheuen – und möchten deshalb nur im engen Kreis von Familie und Freunden über ihre Krankheit reden. Vielleicht finden Sie aber auch die Unterstützung Gleichgesinnter hilfreich. Die richtige Gruppe kann Ihnen einen sicheren Ort bieten, an dem Sie Ihre Gefühle und Gedanken ausdrücken können, ohne auf die Gefühle von Familie und Freunden Rücksicht nehmen zu müssen.

In einer Gemeinschaft von Frauen, die das Gleiche durchmachen wie Sie, werden Sie sich mit Ihrer Erkrankung, all den Nebenwirkungen und der ganzen Erschöpfung weniger alleine gelassen fühlen.

WOHER WEISS ICH, OB EINE SELBSTHILFE-GRUPPE ZU MIR PASST?

Wenn Sie sich nach einer Selbsthilfegruppe umschauen, werden Sie feststellen, dass es kaum Gruppen speziell für Frauen mit metastasiertem Brustkrebs gibt. Einer Gruppe von Frauen mit überwiegend früh entdecktem Brustkrebs, wird es schwer fallen, Ihre Situation zu verstehen – da deren Erkrankung noch nicht fortgeschritten ist.

Sie sollten deshalb möglichst versuchen, eine Gruppe von Frauen mit metastasiertem Brustkrebs zu finden. Die richtigen Kontakte zu finden, kann eine Weile dauern. Vielleicht können Sie ja im Wartezimmer bei Ihrem Onkologen andere Frauen ansprechen? Und fragen Sie auch Ihren behandelnden Arzt oder Ihr Behandlungsteam.

Im Internet können Sie gezielt nach passenden Gruppen suchen. Oft braucht es dann nur eine E-Mail oder einen Telefonanruf, um den Kontakt zu knüpfen. Viele Foren bieten die Möglichkeit, sich auszutauschen – dort können Sie sich auch nach den verschiedenen Selbsthilfegruppen erkundigen.

orange